USA

Well, I’m standin‘ on a corner in Winslow, Arizona

Auch wir standen wie der Protagonist aus dem bekannten Eagles Lied von 1972, „Take it easy“, an der Ecke in Winslow, Arizona. Seit dem 11. September 1999 trägt die Ecke den Namen „Standin‘ on the Corner Park“. Leider ist unsere Aussicht nicht mehr genau die gleiche wie die von Jackson Browne, als er das Lied schrieb. Ein Brand am 18. Oktober 2004 zerstörte das Gebäude, sodass nur noch die Frontfassade erhalten ist. Trotzdem ist das Erscheinungsbild der Ecke weitgehend unverändert geblieben.


Reisebericht mit Tipps und Wissenswertem

Heutzutage ist Winslow, Arizona, eine recht verschlafene Ortschaft im nördlichen Arizona. Viele Gründe gibt es eigentlich nicht, als Tourist hierherzukommen.

Ein Grund wäre vielleicht der nahegelegene Barringer-Krater, der erste Krater, der eindeutig als Meteoritenkrater identifiziert wurde. Oder den Canyon Diablo, über den heutzutage die Interstate 40 führt. Oder den Little Painted Desert County Park, dessen Landschaft ähnlich dem des Painted Desert ist. Vielleicht auch wegen des Petrified Forrest Nationalparks, der etwa 100 Kilometer östlich liegt. Auch, dass Winslow an der ehemaligen Route 66 liegt, könnte ein Grund sein.

Aber nein, es ist etwas wesentlich Profaneres. Es ist eine Straßenecke an der Kreuzung Second Street und Kinsley Avenue. Diese Ecke trägt seit dem 11. September 1999 den Namen „Standin‘ on the Corner Park“. Sie war Schauplatz einer (wahrscheinlich) heißen Affäre, besungen von den Eagles auf ihrer Debütsingle „Take it Easy“ von 1972. Ein echter Welterfolg!

Der Text geht folgendermaßen:

Well, I’m a-standin‘ on a corner in Winslow, Arizona
And such a fine sight to see
It’s a girl, my Lord, in a flatbed Ford
Slowin‘ down to take a look at me
Come on, baby, don’t say maybe
I gotta know if your sweet love is gonna save me
We may lose and we may win
Though we will never be here again
So open up, I’m climbin‘ in
So take it easy


Auf Deutsch etwa so:

Nun, ich steh da an ’ner Kreuzung in Winslow, Arizona
Was bietet sich mir da für ein schöner Anblick!
Was für ein Mädchen, mein Gott!, in einem Ford Pick-Up
Sie bremst ab, um sich mich mal anzuschaun
Komm schon, Baby, sag nicht vielleicht
Ich muss wissen, ob es deine süße Liebe ist, die mich erretten wird.
Wir können verlieren oder wir können gewinnen
Aber wir werden hier nicht nochmal zusammenkommen.
Also mach die Tür auf, ich steig ein
Ganz entspannt


Am Standin‘ on the Corner Park in Winslow, Arizona, gibt es folgende Attraktionen zu sehen:

Die Hauptelemente sind die bekannte Ziegelhausfassade und davor zwei Bronze-Statuen. Die „Easy“-Statue zeigt einen entspannten jungen Mann mit Gitarre. Sie soll nach unbestätigten Gerüchten einen der Songwriter des Lieds, Jackson Browne darstellen. Die andere Statue zeigt Glenn Frey, der zweite Songwriter (2016 nach seinem Tod hinzugefügt). Auf der Ziegelhausfassade sieht man ein zweistöckiges Wandgemälde, das eine optische Täuschung mit realistischen dreidimensionalen Fenstern auf einer zweidimensionalen Fläche erzeugt. Im Wandgemälde versteckt sind eine Frau in einem roten Ford-Pritschenwagen, der als Spiegelung ins Fenster gemalt ist, ein Adler, der auf einem der Fensterbänke sitzt, als Anspielung auf die Eagles und weitere Szenen in den Fenstern im zweiten Stock.

Bei unserem Besuch stand rechts ein echter Ford-Pritschenwagen. Mitten auf der Straßenkreuzung ist ein riesiges, sehr fotogenes „Arizona Route 66“-Logo aufgemalt.

Gegenüber der Ziegelfassade befindet sich außerdem ein Souvenirladen, in dem man Eagles- und Route 66-Andenken kaufen kann. Es läuft den ganzen Tag Eagles auch auf den Außenlautsprechern, sodass man nicht vergessen kann, wo man ist.

Anreise und Parken

Den Standin‘ on the Corner Park zu finden ist nicht sehr schwer. Der Park liegt an der Ecke Second Street und Kinsley Avenue. Google Maps und Kartenapp führen einen direkt dahin. Parken kann man nur wenige hundert Meter entfernt auf einem öffentlichen Parkplatz (303 E Second Street) oder auch direkt in einer der umliegenden Straßem. Bei unserem Besuch war es selbst mit einem größeren Wohnmobil kein Problem, einen Platz zu finden.


Die beste Zeit für einen Besuch

Es gibt keine Öffnungszeiten, der Park ist eine öffentliche Kreuzung und ist 24 Stunden am Tag zugänglich. Bei unserem Besuch waren auch nur einige wenige Touristen unterwegs. Wir waren an einem Freitag im April gegen 11 Uhr da und es war völlig in Ordnung. Die Schlange vor den viel fotografierten Statuen war jederzeit erträglich, und mit ein wenig Wartezeit konnte man auch die Kreuzung fast ohne Touristen fotografieren.

Wenn möglich, würden wir aber vor 10 Uhr oder nach 15 Uhr kommen. Dann sind einfach die Lichtverhältnisse schöner und man kann ganz in Ruhe die Szene auf sich wirken lassen. Das gilt insbesondere in den Sommermonaten, wenn es deutlich belebter sein soll. Immerhin besuchen den Park mehrere Hunderttausende Besucher jährlich.


Highlight oder Lowlight? Unser Fazit!

Für Fans der Eagles und des Songs ist Winslow fast schon ein Muss. Alle anderen können einmal vorbeischauen, wenn sie in der Nähe oder auf der Durchfahrt sind. Die Szenerie versprüht viel Route 66 Charme, ist recht lustig gemacht und man nimmt alles halt US-typisch nicht ganz so ernst. Eintritt kostet das Ganze auch nicht. Es gibt also kaum einen Grund, nicht hinzugehen, außer die Zeit ist knapp.
3-Sterne


Weitere Sehenswürdigkeiten

  1. In Winslow selbst gibt es noch das Old Trails Museum, das Winslow Arts Trust Museum und La Posada einen Historic District.
  2. Barringer-Krater: Der Barringer-Krater, auch Meteorit-Krater, liegt Luftlinie etwa 30 Kilometer westlich von Winslow. Die Fahrstrecke ist aber etwa 100 Kilometer lang, da es keinen direkten Weg gibt.
  3. Petrified Forrest Nationalpark: Der Nationalpark liegt etwa 60 Kilometer Fahrstrecke östlich von Winslow. Der Petrified Forrest Nationalpark ist mit etwa 500.000 Besuchern einer der weniger besuchten Nationalparks der USA. Ein Besuch ist absolut lohnenswert!

Bildgalerie


Zusätzliche Informationen

  • Weitere Informationen zum „Standin‘ on the Corner Park“ auf Wikipedia
  • Weitere Informationen zu Winslow auf Wikipedia
  • Bildnachweis: Vera Schaller und Markus Haberkern
  • Kartenmaterial: Mapz.com

Markus Haberkern

Hallo, mein Name ist Markus Haberkern. Im "normalen" Leben bin ich Produkt Manager. In meiner Freizeit fotografiere und reise ich gerne. Es war schon immer ein Traum von mir, einmal einen Reiseführer zu schreiben. Jetzt war es einfach an der Zeit einen Blog über Reisefotografie zu starten.

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